Wer steht dahinter?
Franziska Brantner, Europäerin und Feministin, stieß auf die Nachricht, dass EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso sein Anti-Diskriminierungsversprechen zurechtstutzen wollte. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit über die EU-Politik und für den United Nations Development Fund for Women deckte sie die Hintergründe auf: Die deutsche Regierung ist zentraler Gegner.Dr. Tanja Busse, WDR-Moderatorin, Greenpeace-Magazin-Kolumnistin und Autorin des Buches „Einkaufsrevolution. Konsumenten entdecken ihre Macht“, glaubt fest daran, dass die consumer citizen aus ihrem Dornröschenschlaf aufgewacht sind und sich jetzt an konkrete Weltverbesserung machen müssen. Dazu braucht man starke Gesetze.
Béatrice Frey, Feministin und Menschenrechtlerin studiert und arbeitet mit den Schwerpunkten Frauenrechte und LGBT-Rights auf europäischer und internationaler Ebene. Sie steht hinter der Aktion, da sie davon überzeugt ist, dass europaweite Antidiskriminierungsgesetze erforderlich sind, um alle EU-BürgerInnen gleichermaßen vor Diskriminierung zu schützen.
Meredith Haaf, Susanne Klingner und Barbara Streidl, Journalistinnen aus München, betreiben das feministische Weblog maedchenmannschaft.net und haben das Buch "Wir Alphamädchen - Warum Feminismus das Leben schöner macht" verfasst. Als Publizistinnen treten sie für Gleichberechtigung ein und kämpfen gegen Sexismus, Misogynie und Chauvinismus.
Melanie Ebenfeld, Gender Trainerin, Feministin und queer-Denkerin kämpft für Chancengleichheit und versucht mit ihrer bildungspolitischen und wissenschaftlichen Arbeit, andere Menschen davon zu überzeugen, dass Diskriminierungsfreiheit eine Grundlage für politisches, pädagogisches und unternehmerisches Handeln sein sollte – weil alle davon profitieren. Deshalb fordert sie eine starke europäische Gesetzgebung, die uns diesem Selbstverständnis ein Stück näher bringt.
Gabriele Gillen, Redakteurin beim WDR und Autorin der Bücher "Hartz IV - Eine Abrechnung" oder "Froschköniginnen. Einblicke in ein artgerechtes Frauenleben". Will Gleichberechtigung nicht nur für Frau Merkel, sondern auch für alle, die unter ihr zu leiden haben. Sie glaubt an die Stärke des Rechts im notwendigen Kampf gegen das böse Recht des Stärkeren.
Marc Berthold, wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/ Die Grünen für Klima-, Verbraucher- und Landwirtschaftspolitik, und langjähriger Mitkämpfer für Minderheitenrechte, hält es für inakzeptabel, dass die deutsche Bundesregierung auf europäischer Ebene das Gegenteil von dem tut, was sie zuhause predigt. Besonders verwerflich ist, dass sie eine EU-Anti-Diskriminierungsrichtlinie verhindern will, die längst deutsches Recht ist.
Marita Vollborn, Publizistin und Autorin mehrerer gesellschaftlich relevanter Sachbücher wie "Die Gesundheitsmafia", "Die Joghurt-Lüge" oder "Brennpunkt Deutschland. Warum unser Land vor einer Zeit der Revolten steht" ging als damalige DDR-Bürgerin bereits 1989 in Berlin auf die Straße, um gegen die Diskriminierung Andersdenkender zu protestieren. Dieses Engagement erwartet sie nun auf europäischer Ebene seitens der Politik - bisher leider auf vielen Gebieten vergebens. Dass ausgerechnet eine DDR-Mitbürgerin und aktuelle Kanzlerin die EU-Antidiskriminierungsrichtlinie zu torpedieren scheint schockt - und sollte, wie vor nunmehr 20 Jahren, zu entsprechenden friedlichen Demos führen.
Vlad Georgescu, Wissenschaftsjournalist und Mitglied der Wissenschaftspressekonferenz (WPK) betreibt seit 2001 gemeinsam mit Marita Vollborn das Portal LifeGen.de (www.lifegen.de) und ist Mitautor der oben genannten Sachbücher. Weil Antidiskriminierung an oberster Stelle stehen sollte, und Georgescu an der analytischen Urteilskraft der Bundeskanzlerin nicht zweifelt, vermutet er finanzielle Interessen von Lobbygruppen, die aus schlichten Kostengründen eine EU-Antidiskriminierungsrichtlinie befürchten. Dagegen sollte man etwas unternehmen - und die Öffentlichkeit informieren.
Rochus Wolff ist freier Journalist, Filmkritiker und Herausgeber des Genderblog, eines kollaborativen, feministischen Weblogs zu Geschlechterforschung, -fragen und -politik. Er ist davon überzeugt, dass speziell das Verbot von Diskriminierungen aufgrund der sexuellen Identität zu den elementaren Grundrechten eines Menschen gehört und deshalb auch auf europäischer Ebene verankert werden sollte.
Arndt Klocke, studierte Politikwissenschaften und ist Landesvorsitzender der Grünen in NRW. Als westfälischer „Imi" in Köln schätzt er Toleranz und Vielfalt. Alle schönen Sonntagsreden scheitern aus seiner Sicht ohne verbindliche Regeln im Gesetzeswerk. Gleiche Rechte und gleiche Pflichte für alle Menschen müssen auch rechtlich verbindlich einklagbar sein. Deshalb unterstützt er die Petition für einen umfassenden EU-Antisdiskriminierungsschutz.
Gwendolyn Carpenter, Europäerin, ist spezialisiert auf Zukunftstrends in der Knowledge & Informationsgesellchaft. Sie glaubt: Die Daten sprechen für sich. Gesellschaften und Institutionen – vor allem auf Senior Management Level – sind alles andere als gleich. Weder für Frauen, Minderheiten, oder Behinderte. Dies steht in keiner Relation zu den Bildungsabschlüssen. Also, sollte Gleichheit wenigstens vor dem Gesetz eingefordert werden können, und dann aktiv in die Wirklichkeit umgesetzt werden. Für ein besseres Europa. Gwendolyn berät Regierungen und internationale Institutionen zu Reformprozessen und Modernisierung staatlicher Institutionen.
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